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8.12.1991 - Anfang vom Ende der UdSSR

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8.12.1991 - Anfang vom Ende der UdSSR

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Im Dezember 1991 wurde die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken aufgelöst.

Sie hatte fast auf den Tag genau 69 Jahre bestanden. In den nunmehr unabhängigen Staaten wurden die roten Fahnen mit Hammer und Sichel durch neue Nationalflaggen ersetzt.

Den formalen Anfang vom Ende hatten in einer weißrussischen Jagdresidenz am 8. Dezember der russischen Präsident Boris Jelzin und seine weißrussischen und ukrainischen Amtskollegen vollzogen – mit ihrer Unterschrift unter der Gründungsurkunde der “Gemeinschaft unabhängiger Staaten” – GUS – der sich später weitere ehemalige Sowjetrepubliken anschließen sollten

Außer Georgien, Estland, Litauen und Lettland traten alle Ex-Sowjetrepubliken der GUS bei.

Begonnen hatte diese Entwicklung mit den Reformen des Michael Gorbatschow. Der war 1985 zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei gewählt worden. Er hatte gemeint, mit politischen Rechten für die Bürger das Land auch wirtschaftlich voran bringen und dabei den Kommunismus erhalten zu können. Ein tragischer Irrtum.

Unter jenen, die in Gorbatschows Scheitern ihre eigenen Chancen sahen, war Boris Jelzin der erforgreichste. Der zeitweilig in der Nomenklatura der Kommunistischen Partei in Ungnade gefallene Jelzin stieg er im Juli 1991 zum Präsidenten der neu entstandenen Russischen Föderation auf.

Als Alt-Kommunisten im August ´91 gegen Gorbatschow putschten, um die alten kommunistischen Machtverhältnisse wieder herzustellen, da sah Jelzin seine Stunde gekommen.

Er stellte sich in Moskau den Panzern in den Weg – und wurde damit zur Heldenfigur. Diese Popularität nutzte Jelzin, um Gorbatschows Macht zu demontieren. Schrittweise übernahm er in der russischen Föderation die Kontrolle über Medien und die Schlüsselindustrie.

Verloren hatte Gorbatschow eigentlich schon im August, als die Putschisten ihn mehrere Tag in der Ferienresidenz am Schwarzen Meer festhielten.

Heute sagt er als Kommentar auf die Wahlen vom Wochenende: “ Wir haben keine echte Demokratie,

wir werden auch keine haben, weil die Regierung vor ihrem Volk Angst hat, Angst offen ihre Projekte darzulegen.”

In der heutigen Russischen Föderation, die sich als Nachfolgestaat der UdSSR versteht, haben die Kommunisten von allen Oppositionsparteien die meisten Stimmen bei der Parlamentswahl gewonnen.

Das bedeutet aber nicht, zurück zum kommunistischen Staat. Viele Wählen stimmen für die Kommunisten, weil sie mit der Regierungspartei unzufrieden sind.