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EZB senkt Zinsen auf 1 Prozent

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EZB senkt Zinsen auf 1 Prozent

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Mit extrem niedrigen Zinsen von 1 Prozent kämpft die Europäische Zentralbank gegen die drohende Rezession im Euroraum. Einige Volkswirte hatten sogar gefordert, dass die Notenbank die Zinsschraube noch beherzter lockert.

Zur Stützung der von Staatsschulden- und Finanzkrise schwer belasteten Wirtschaft verringerte der EZB-Rat in Frankfurt den Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf das Rekordtief von 1,0 Prozent.

Bereits im November war der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft zurückgenommen worden. Damit hat neue EZB-Präsident Mario Draghi die Zügel schon zum zweiten Mal in Folge gelockert:

“Die zunehmenden Spannungen auf den Märkten gefährden die ökonomische Entwicklung der Eurozone. Die Aussichten bleiben von höchster Unsicherheit geprägt, mit weiterhin erheblichem Abwärtsrisiko.”

Formal stemmen sich Europas Währungshüter weiterhin gegen Forderungen nach einem unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen aus der Eurozone, obgleich etliche Politiker der Schuldenstaaten eine drastische Ausweitung der Käufe fordern: Nur die EZB könne so verhindern, dass große Euro-Volkswirtschaften wie Italien und Spanien und damit der Euro insgesamt in Gefahr gerate.

Seit Mai 2010 steckte die Notenbank Milliarden in den Kauf von Staatsanleihen von kriselnden Staaten wie Griechenland, Portugal und seit einiger Zeit auf Italien. Nach den letzten veröffentlichten Zahlen hat die EZB Staatsanleihen im Volumen von 207 Milliarden Euro in ihren Büchern.

Der Aufkauf von Staatsanleihen ist umstritten, weil damit Staatsschulden über die Notenbankbilanz finanziert werden, was auf Dauer die Inflation begünstigen könnte, so argumentieren die Zahlerstaaten.

Bleibt abzuwarten, ob der Euro-Gipfel in dieser Frage eine Entscheidung bringen kann.