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US-Raketenschild - "Missverständnis" mit Russland geht weiter

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US-Raketenschild - "Missverständnis" mit Russland geht weiter

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Über den US-Raketenschild in Europa wird weiter gestritten – Gespräche zwischen den Außenministern der 28 NATO-Staaten und ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow brachten lediglich an den Tag, wie groß die Differenzen sind.

Der US-Raketenschild soll anfliegende Interkontinentalraketen mit satellitengestützter Überwachung erkennen und zerstören – entweder bereits nahe der Abschussrampen, auf ihrer Bahn im Weltall oder während des Sinkfluges in der Erdatmosphäre mittels Raketen oder Lasern.

Man meine damit Raketen aus Ländern wie etwa dem Iran, so NATO Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Wenn Russland sich betroffen fühle, sei das “ein Missverständnis”.

“Das NATO-Raketenabwehrsystem ist nicht gegen Russland gerichtet,” so Rasmussen. “Wir betrachten Russland nicht als Feind, sondern als Partner. Wir wollen eine echte strategische Partnerschaft entwickeln, wie vor einem Jahr in Lissabon beschlossen.”

Präsident Dmitri Medwedew hatte angedroht, im Westen und Süden Russlands würden modernste Waffen aufgestellt, die in der Lage seien, den europäischen Raketenschild zu zerstören.

In der Ostsee-Exklave Kaliningrad um das frühere Königsberg würden nach einem modernen Radarsystem nun auch Flugabwehrraketen stationiert.

Sein Außenminister Sergej Lawrow als Begründung:

“Wir wissen, dass das geplante Raketen-Abwehrsystem einen großen Teil des russischen Territoriums abdecken wird. Das wirft bei uns natürlich einige Fragen auf. Wir wollen nicht nur beruhigende Worte, wir wollen rechtliche Garantien.”

Schriftlich hatte die Nato nicht garantieren wollen, dass ihr Abwehrschirm nicht gegen das russische Atompotential gerichtet ist.

Fortsetzung folgt auf dem nächsten NATO-Gipfel im Mai 2012 in Chicago.

mit dpa, Reuters, AFP, RIANovosti