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Cameron-Vize: "Euro-Skeptiker sollten vorsichtig sein"

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Cameron-Vize: "Euro-Skeptiker sollten vorsichtig sein"

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Die Europäische Zentralbank bleibt dabei: Die Hauptverantwortung für eine Ende der Schuldenkrise in Europa liegt bei den einzelnen Regierungen und nicht bei der Bank in Frankfurt. Forderungen nach einem massiveren Aufkauf von Staatsschulden durch die EZB wies das Haus zurück.

Unterdessen sorgt die Haltung des britischen Premiers David Cameron beim EU-Gipfel weiter für geteiltes Echo in Europa. Cameron hatte für sein Land die Pläne einer Fiskalunion abgelehnt, während der Rest der EU dem Haushaltspakt zustimmte. Was Cameron Applaus von EU-Skeptikern und Eurogegnern daheim einbrachte, rief andererseits aber auch breite Kritik hervor, in der EU, bei der britischen Labourpartei und beim Koalitionspartner, den Liberaldemokraten. Vize-Premier Nick Clegg:

Nick Clegg: “Alle Euro-Skeptiker, die sich jetzt die über das Gipfel-Ergebnis freuen, sollten vorsichtig mit ihren Wünschen sein. Es besteht das grundsätzliche Risiko eines Europas der zwei Geschwindigkeiten, in dem das Vereinigte Königreich an den Rand gedrängt wird. Das wäre schlecht für Wachstum und Arbeit hier im Land.”

Auch zahlreiche Bürger sehen das Nein den britischen Premiers mit gemischten Gefühlen. Eine Passantin meint: “Er hat den Respekt seiner europäischen Kollegen verloren, er hat den Respekt seiner Regierungsmitglieder verloren und er hat generell an Ansehen beim Volk eingebüßt.”

“Es ist, denke ich, eine populäre Entscheidung, allerdings frage ich mich, ob er es wirklich zugunsten des Landes oder zugunsten seiner eigenen Popularität getan hat.”

Von einer Isolierung des Vereinigten Königreichs ist jetzt die Rede, von einem Eigentor und davon, die Briten könnten die EU verlassen. Das mag sich jedoch als vorschnelle Schockrhetorik entpuppen. Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff etwa sagte: Europa habe es noch immer verstanden, aus seiner Krise eine Chance zu machen.