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Transnistrien: Neuer Präsident von Moskaus Gnaden?

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Transnistrien: Neuer Präsident von Moskaus Gnaden?

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In der von Moldawien abtrünnigen Region Transnistrien stehen an diesem Sonntag Präsidentschaftswahlen an. Langzeitpräsident Igor Smirnow – seit 1992 im Amt – könnte dabei seine Macht verlieren. Denn die Schutzmacht Russland will Smirnow loswerden. Russland ist für viele Menschen in Transnistrien ein Vorbild.

Im Osten Moldawiens am Fluss Dnister gelegen, ist Transnistrien mit seiner Hauptstadt Tiraspol weitgehend autonom, aber nicht als eigenständige Republik anerkannt. Die meisten der über 500 000 Einwohner sind russischer oder ukrainischer Abstammung.

Der transnistrische Maler Sergej Panow hat eine klare Vorstellung von seiner Heimat. “Dies ist kein rumänischer, also auch kein moldawischer Boden, zumindest ab dem Fluss Dnister. Dies ist slawisches Land, hier bestimmen slawische Menschen über sich selbst. Auf der anderen Seite des Flusses liegt Bessarabien mit seiner eigenen Geschichte.”

Bessarabien deckt sich größtenteils mit dem heutigen Moldawien. Viele Menschen in Transnistrien machen den autoritären Ex-KGB-Offizier Smirnow für die grassierende Korruption und Armut verantwortlich. Sechs Bewerber treten nun an, wobei Smirnows Herausforderer Anatoli Kaminski gute Chancen auf einen Sieg eingeräumt werden. Als gutes Zeichen dafür kann der gemeinsame Auftritt Kaminskis mit Wladimir Putin gelten – wenngleich der bloß auf einem Wahlplakat stattfindet.