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Utopia von Durban: Geld für Klima statt Krieg

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Utopia von Durban: Geld für Klima statt Krieg

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Bei der UN-Klimaschutzkonferenz im südafrikanischen Durban wird die Zeit knapp. Nach kräftezehrenden Verhandlungen wurde eine abschließende Sitzung verschoben, viele Teilnehmer sind schon abgereist. Zuvor hatte man sich auf neue Ziele geeinigt, die ambitioniert klingen, doch droht der große Wurf einmal mehr zu misslingen, von einem Kyoto-Nachfolger keine Spur. Die EU-Kommissarin für Klimaschutz, Connie Hedegaard, meinte: “Es ist wichtig, jetzt nicht aufzugeben, wir sind weit gekommen und es wäre wirklich schade, wenn wir alles wegen der Prozeduren hier verlieren würden.”

Der neue Deal soll die Erderwärmung auf zwei Grad oder weniger begrenzen, die Treibhausgase sollen deutlich reduziert und Entwicklungsländer stärker beteiligt werden. Allein: Laut dem Entwurf sollen die Industrieländer ebenso viel Geld, wie sie für Kriege ausgeben, zugunsten des Klimaschutzes in Entwicklungsländer investieren. Was auch diese Umweltaktivisten lautstark fordern, dürfte für ein Land wie die USA, die aktuell rund 100 Milliarden Dollar pro Jahr allein in den Afghanistan-Krieg pumpen, inakzeptabel sein.

Dabei rennt nicht nur den Konferenzteilnehmern die Zeit davon, sondern auch dem Planeten und seinen Bewohnern. Etwa den Gorillas in Ruanda, die wegen der Erwärmung der Erde immer weniger Nahrung finden. Womöglich werden die wichtigen Entscheidungspunkte der Konferenz nun auf kommendes Jahr verschoben.