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Einigung beim Klimatreffen in Südafrika

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Einigung beim Klimatreffen in Südafrika

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Beim Klimatreffen im südafrikanischen Durban hat es eine Einigung gegeben: Demnach soll es in einigen Jahren zum ersten Mal ein Klimaschutzabkommen geben, das für alle großen Verursacher von Treibhausgasen verbindlich ist.

Das gälte dann auch für Länder wie China oder Indien. Man sei mit der Überarbeitung des Textes nicht glücklich gewesen, sagt Dschayanthi Nataradschan, die indische Umweltministerin: Aber weil sich alle flexibel und entgegenkommend gezeigt hätten, habe man zugestimmt.

“Zusammen haben wir hier positiven Druck ausgeübt

auf die, die etwas Druck brauchen”, sagte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard. Die EU hatte durch einen Schulterschluss mit den ärmsten Ländern und Inselstaaten den Druck auf große Verursacher von Treibhausgasausstößen stark erhöht.

Bisher gilt immer noch das Kyotoabkommen, das den Ausstoß von Treibhausgasen begrenzt. Die Kyotounterzeichner verursachen aber nur einen kleinen Teil der weltweiten Verschmutzung.

Wenn es jetzt so käme wie vereinbart, sagt Karl Hood, der Außenminister der Karibikinsel Grenada, dann sei das ein historischer Augenblick, besonders für Afrika.

Der neue Vertrag soll bis 2015 fertig sein und bis 2020 in Kraft treten; das Kyotoabkommen wird für diese Zeit verlängert. Bei den Verhandlungen geht es darum, die Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit auf zwei Grad zu begrenzen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigte sich enttäuscht. “Der unter Druck von Indien und den USA abgeschwächte Kompromiss wird nicht zu einem international verbindlichen Klimaschutzvertrag führen, sondern zu einem nur lose bindenden Abkommen”, sagte Klimaexperte

Martin Kaiser. “Damit wurde in letzter Minute ein Schlupfloch für die USA und fossile Industriekonzerne unter Mithilfe von Indien

geschaffen.” Nun drohe erneut ein langwieriger Verhandlungsprozess.

Mit einem schwachen Klimavertrag, der zudem erst 2020 in Kraft treten soll, werde es nicht zu schaffen sein, die Erderwärmung wie angepeilt auf zwei Grad zu begrenzen. Brot für die Welt betonte, Durban sei nur ein “bedingter Fortschritt” im Kampf gegen die Erderwärmung.