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Cameron verteidigt sich in der Heimat als Retter britischer Interessen

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Cameron verteidigt sich in der Heimat als Retter britischer Interessen

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Wegen seines Alleingangs in Brüssel steht David Cameron auch in der Heimat am Pranger. Bei einer turbulenten Debatte im Unterhaus rechtfertigte er sich damit, dass er lediglich die nationalen Interessen verteidigen wolle und daher Schutzklauseln eingefordert habe, die vor allem von Deutschland und Frankreich blockiert worden seien.

Großbritannien werde aber in der EU bleiben:

“Man kann gleichzeitig ein vollwertiges, engagiertes und einflussreiches EU-Mitglied sein, und dennoch bei Arrangements, die unseren Interessen schaden, außen vor bleiben. Das habe ich bei diesem Gipfel getan. Und das werde ich auch weiter tun, solange ich Premierminister bin. Unserer Land hat das Recht darauf.”

Oppositionsführer Ed Milliband warf dem Premierminister vor, seinem Land einen schlechten Dienst erwiesen zu haben, sprach von einem diplomatischen Desaster – und kümmerte sich um die sprachlichen Feinheiten: “Der Premierminister behauptet, sein Veto ausgeübt zu haben. Aber ein Veto, lassen Sie mich das ihm erklären, dient dazu, etwas zu stoppen. Es ist kein Veto, wenn das, was man stoppen wollte, ohne einen weitergemacht wird. Das nennt man Verlieren. Das nennt man Niederlage. Das nennt man Großbritannien hängenlassen!”

Der liberaldemokratische Vize-Premier und Juniorpartner Nick Clegg war der Debatte lieber von vornherein ferngeblieben. Er hatte sich “tief enttäuscht” über Camerons Vorgehen gezeigt.

Nicht nur die Opposition sieht Großbritannien nun am Rand der Union: Frankreichs Präsident Sarkozy sprach prompt von zwei Europas: Dem einen Europa, das mehr Solidarität und Regulierung anstrebe, und dem zweiten, dem es schlicht um den gemeinsamen Markt gehe.