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Jedes 50. NPD-Mitglied vom Verfassungsschutz bezahlt

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Jedes 50. NPD-Mitglied vom Verfassungsschutz bezahlt

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Ein mutmaßlicher weiterer Helfer des rechtsradikalen Zwickauer Terror-Trios ist festgenommen worden. Dem 36jährigen Matthias D. aus Johanngeorgenstadt in Sachsen wird vorgeworfen, in Zwickau zwei Wohnungen gemietet und so den drei Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) beim Untertauchen geholfen zu haben.

Eine der Wohnungen in Zwickau war am Anfang November explodiert – er hatte sie 2008 gemietet und an das Trio untervermietet.

Damit sind jetzt vier mutmaßliche Unterstützer des Terror-Trios in Haft. Drei weitere sind im Visier der Ermittler.

Die Gruppe soll zwischen 2000 und 2007 eine Polizistin und neun zugewanderte Kleinunternehmer ermordet haben. Außerdem wird ihr das sogenannte Nagelbomben-Attentat in Köln angelastet, dabei wurden 22 Menschen verletzt.

Ein Vorgehen gegen die rechtsextreme Partei NPD – viele fordern das vor dem Hintergrund der Anschläge – gestaltet sich schwierig.

Die Innenminister von Bund und Ländern hatten sich für ein NPD-Verbot ausgesprochen.

Nach Informationen des SPIEGEL sind mehr als 130 V-Leute – also Verbindungsleute des Verfassungsschutzes – in der Partei, zum Teil auch auf Funktionärsebene. Das wäre jedes fünfzigste Parteimitglied. An diesem Filz war schon ein erstes Verbotsverfahren gegen die NPD gescheitert.

mit Reuters, afp, dpa