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EU-Parlament kritisiert Cameron

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EU-Parlament kritisiert Cameron

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David Cameron steht wegen seiner Ablehnung eines neuen EU-Vertrages weiter unter Druck. Nachdem bereits am Montag massive Kritik aus dem In- und Ausland über den britischen Premierminister hereingebrochen war, musste sich er sich am

Dienstag weitere Schelte aus dem Europaparlament und von der EU-Kommission gefallen lassen. Kommissionspräsident José Manuel Barroso bedauerte, dass ein Kompromiss nicht möglich geworden ist. Andrew Duff von der Gruppe der Liberaldemokraten im Europaparlament sagte, der neue Vertrag werde außerhalb des Rahmens der EU-Regeln stehen, Großbritannien werde keine große Rolle dabei spielen. Außerdem habe Cameron es geschafft, ein deutsch-französches Direktorium zu konstruieren. Die Sozialdemokraten im EU-Parlament befanden, Camerons Forderung, auf eine Regulierung der Finanzmärkte zu verzichten, sei unakzeptabel. In der City, dem Londoner Finanzbezirk wurde das hingegen begrüßt: “Eine Transaktionssteuer für die gesamte Europäische Union, die aber nicht für den Rest der Welt gilt, hätte für London offensichtlich zahlreiche und größere Nachteile als für andere Finanzzentren” sagt der Analyst Derek Halpennyvon der Bank of Tokyo Mitsubishi UFJ. “Allein deswegen ist die City schon zufrieden mit dem, was Cameron getan hat.”

euronews-Reporter Ali Sheikholeslami fasst zusammen: “Camerons Veto dürfte die City nicht vor weiteren Regulierungen bewahren, aber es hat

sicherlich die Versuche der EU, den Euro zu stabilisieren, weniger effektiv gemacht. Nur die Zeit wird zeigen, welche Folgen die Entscheidung des Premierministers haben wird, zu Hause und in der EU.