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Higgs eingekreist? Physiker auf der Spur des letzten Puzzleteils

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Higgs eingekreist? Physiker auf der Spur des letzten Puzzleteils

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Vielleicht sind sie ihm dicht auf der Spur – vielleicht existiert es aber auch gar nicht: Die Physiker am Teilchenforschungszentrum Cern bei Genf haben nach eigenen Angaben das lange gesuchte Higgs-Elementarteilchen eng eingekreist. Durch Versuche mit Beschleunigung und Protonenkollision spielen sie quasi den Urknall nach. Dabei entsteht möglicherweise das Higgs-Teilchen, das anderen Teilchen Masse verleiht, indem es sie vereinfacht gesprochen wie ein Filmstar in einem Saal an sich zieht. Wenn denn die Theorie stimmt.

Aber noch ist nichts gewiss. Cern-Direktor Rolf-Dieter Heuer räumt ein:“Wir brauchen immer noch viel mehr Teilchen-Kollisionen im nächsten Jahr, um eine endgültige Antwort auf die Shakespeare-Frage zum Higgs zu finden: Sein oder nicht sein?”

Nachzuweisen sind die Teilchen nur über Zerfallsprodukte.

“Nur mehr Studien und Daten werden uns die Antwort auf diese Frage erlauben. Das Schöne ist, dass wir bis Ende 2012 oder mit etwas Glück schon früher eine endgültige Aussage machen werden können”, frohlockt die an den Experimenten beteiligte Physikerin Fabiola Gianotti.

Der britische Physiker Peter Higgs hatte 1964 die Existenz dieser Teilchen postuliert. Die Cerner Forscher haben inzwischen bei ihren Versuchen in zwei Detektoren den Massebereich eingegrenzt, in dem die Higgs-Teilchen vorkommen könnten. Noch ein Jahr kann der endgültige Nachweis also brauchen – oder die Widerlegung der Theorie. Dies würde das ganze Standardmodell der Physik umwerfen – wäre aber auch eine bahnbrechende Erkenntnis.