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Indien diskutiert Boykott der Spiele in London

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Indien diskutiert Boykott der Spiele in London

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Im indischen Bhopal starben 1984 bei einem Giftgasunglück mehr als 20.000 Menschen. Das Gas war aus einem Werk von Union Carbide entwichen. Dow Chemical kaufte Union Carbide 2001 und ist heute einer der Hauptsponsoren der Olympischen Sommerspiele in London. In Indien wird deshalb ein Boykott diskutiert. Aslam Sher Khan, ehemaliger Hockey-Nationalspieler:

“Große Sportorganisationen und sogar Miglieder des britischen Unterhauses protestieren und machen sich stark für die Opfer von Bhopal. Da ist es beschämend, daß die indischen Politiker die Sache so leicht nehmen. 25.000 Menschen starben und in diesem Land bedeutet das nichts. Dabei wäre die Olympische Bewegung das richtige Forum für dieses Thema.”

Für das indische Nationale Olympische Komitee IOA ist ein London-Boykott kein Thema. Das hat Vijay Kumar Malhotra, amtierender Präsident des IOA, bereits deutlich gemacht. Der ehemailge Olympia-Teilnehmer Jagbir Singh sieht das Problem aus Sicht der Sportler:

“Kein Spieler träumt davon, einen Traum wie die Olympischen Spiele zu boykottieren. Aber die Schmerzen der Menschen, die gelitten haben, machen nachdenklich. Das IOC sollte sich damit beschäftigen.”

Das Internationale Olympische Komitee IOC stellt sich hinter das US-Unternehmen Dow Chemical, das etwa 75 Millionen Euro in das Sponsoring investiert haben soll. Das Unternehmen selbst sei nicht in das Unglück verwickelt gewesen, sagte IOC-Präsident Jacques Rogge.