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"Kyoto hat nicht funktioniert" - Kanada steigt aus

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"Kyoto hat nicht funktioniert" - Kanada steigt aus

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Kanada steigt überraschend als erstes Land aus der Klima-Vereinbarung von Kyoto aus – das hat der konservative Umweltminister angekündigt, frisch zurückgekehrt von der Weltklimakonferenz in Durban, Südafrika.

Kanada ist das erste Land, das den Pakt ratifiziert hat und trotzdem vorzeitig aussteigt. Er sollte das in Industrieländern freigesetzte Treibhausgas bis zum kommenden Jahr unter das Niveau von vor zwei Jahrzehnten drücken – bisher steigt der Ausstoß unablässig, auch in Kanada.

Der kanadische Umweltminister Peter Kent:

“Die globalen Emissionen steigen weiter, Kyoto erfasst große Emittenten wie die USA und China nicht, deshalb hat Kyoto nicht funktioniert. Für Kanada ist Kyoto ein Ding der Vergangenheit. Deshalb berufen wir uns auf das Recht, uns förmlich zurückzuziehen.”

Kanadas Regierung müsse nach den von ihrer liberalen Vorgängerin unterschriebenen Kyoto-Regeln mit rund zehn Milliarden Euro Strafe rechnen.

Kanada hatte, wie auch Japan und Russland, schon im vergangenen Jahr angekündigt, keine neuen Kyoto-Vereinbarungen akzeptieren zu wollen.

Das 1997 vereinbarte Kyoto-Protokoll ist das bislang einzige globale Klimaschutzabkommen, das verbindliche Vorgaben für die Emission von Treibhausgasen macht. Ratifiziert haben es mehr als 190 Staaten, doch gelten die Emissionsvorgaben nur für insgesamt 37 Industriestaaten und nicht für Schwellen- und Entwicklungsländer wie China oder Indien.

Die Teilnehmer des Klimagipfels in Durban hatten sich geeinigt, das Kyoto-Protokoll zu verlängern. Ein Nachfolge-Abkommen – das bisher nicht gelungen ist – soll alle Länder beteiligen und wird für 2015 angepeilt.

Treibhausgase werden für einen großen Teil der globalen Erwärmung verantwortlich gemacht.

Mit Reuters, AFP, dpa