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Sacharow-Preis 2011 an Protagonisten des "arabischen Frühlings"

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Sacharow-Preis 2011 an Protagonisten des "arabischen Frühlings"

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Alljährlich im Dezember ehrt das Europaparlament mutige Kämpfer für Demokratie. Der “Preis für geistige Freiheit” trägt den Namen des sowjetischen Kernphysikers Andrej Sacharow.

2011 werden 5 Protagonisten des “arabischen Frühlings geehrt.

Mohammed Bouazizi hat mit seiner Selbstverbrennung im Dezember 2010 in Tunesien ein Zeichen gesetzt.

Die syrische Anwältin Rasan Saituneh kämpft derzeit im Untergrund.

Ihr Landsmann, der Karrikaturist Ali Farsat lebt in Kuweit.

Nach Straßburg gekommen war die Ägypterin Asmaa Mahfus, die über ihren Internet-Blog zu den Aktionen auf den Tahrir-Platz aufgerufen und dann die neue Jugendbewegung mitbegründet hatte.

In ihrer Dankesrede übte sie Kritik am gegenwärtig herrschenden Militärrat. Der werde die Zeit aber nicht zurückdrehen können, weil es nun eine starke junge Generation gebe, die zu Opfern für die Revolution bereit sei und ein neues Ägypten aufbauen wolle nach den Prinzipien von Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. An die Europa-Abgeordneten gewandt sagte sie :“Dies ist der Beginn einer neuen Ära in den Beziehungen zwischen Europa und der arabischen Welt, um ein besseres Vertsändnis zu erreichen.”

Der 77-jährige Libyer Ahmed al-Sanussi hat unter Gaddafi mehr als 30 Jahre im Gefängnis verbracht.

Jetzt gehört er dem Übergangsrat an.

Er sprach vom demokratischen Staat, den es nun aufzubauen gelte, von einer verfassungsmäßigen Ordnung, in der alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Dann würdigte er die mutigen Frauen, die so viele Opfer gebracht haben und betonte, im neuen Libyen müssen auch die Frauen völlig gleichberechtigt ihre Stimme erheben, wählen und auch gewählt werden können.

Der syrische Preisträger Ali Farsat meldete sich per Videobotschaft zu Wort. Dem Zeichner hatten syrische Geheimdienstleute die Hände gebrochen.

In seiner Botschaft sagte er u.a.: “Vor einigen Tagen fragte ich einen Freund:´Wenn du jeden Tag auf die Straße gehst und demonstriest, fürchtest du nicht, getötet zu werden?´ Er antwortete: ´Ja, ich weiß, dass ich getötet werden kann, aber die Freiheit ist es mir wert, es ist das erste mal, dass ich meine Stimme erhebe.´”

Der mit 50.000 Euro dotierte Sacharow-Preis wird seit 1988 verliehen.

Preisträger sind u.a. Nelson Mandela und die russische Menschenrechtsorganisation ´Memorial´.