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Krieg der Worte zwischen Franzosen und Briten

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Krieg der Worte zwischen Franzosen und Briten

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Frankreichs Präsident kann durchaus höflich, ja charmant sein – zu Menschen, die er schätzt.

Bei Menschen, die er nicht schätzt, kann er hingegen sehr unhöflich werden. Und in dieser Kategorie rangiert derzeit der britische Premier Cameron ganz oben. Verantwortlich für Sarkozys “Verstimmung gegenüber unseren britischen Freunden” ist deren Weigerung, die EU-Verträge zu ändern. David Camerons Verlangen nach einer Ausnahmeregelung für die Briten ist für den Franzosen unakzeptabel. Im Klartext – Sonderrechte, mit denen die Briten dem Finanzplatz London, ihrem wichtigsten Wirtschaftszweig, Vorzugsbedingungen schaffen wollen, kommen nicht in Frage.

Was Nicolas Sarkozy dann ohne Mikrofone noch gesagt haben soll, ist im Satireblatt “Canard enchainé” nachzulesen: “Cameron benimmt sich wie ein bockiges Kind”.

Nächster Tag, britische Titelseiten: “Besser Franzose als Brite”, wird der französische Finanzminister zitiert. Von “neuen französischen Angriffen auf die britische Wirtschaft” schreibt der “Telegraph”. Der französische Minister hatte gesagt:” . Die wirtschalftliche Situation in Großbritannien ist heutzutage wirklich besorgniserregend. In Sachen Wirtschaft ist man momentan schon lieber Franzose als Brite……

Wir haben keine Lektionen zu erteilen, müssen uns aber auch keine anhören.”

Als die Nachricht die Runde machte, die Ratingagenturen könnten Frankreich seine Bestnote aberkennen, da wurden sie vom Gouverneur der “Banque de France” aufgefordert, besser Großbritannien herunterzustufen als Länder der Eurozone.

So schnell kann eine Freundschaft erkalten!

Dabei ist es erst drei Monate her, dass der französische Präsident und der damals noch nicht “bockige “ Junge von der Insel sich in Libyen gemeinsam als Befreier feiern ließen.