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Ukraine: Empörung über Timoschenko-Aufnahmen

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Ukraine: Empörung über Timoschenko-Aufnahmen

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In der Ukraine ist Empörung ausgebrochen über Filmaufnahmen, die Julia Timoschenko krank in ihrer

Gefängniszelle zeigen. Die ehemalige Regierungschefin protestiert offensichtlich gegen diese Aufnahmen.

Dieser und ein ähnlicher Film waren im Fernsehen zu sehen und kursieren jetzt im Internet. Sie sollen offenbar zeigen, wie gut es Timoschenko in der Haft hat.

Ihre Verteidigung ist empört: Offenbar werde Timoschenko im Gefängnis die ganze Zeit

gedemütigt, sagt Sergej Wlassenko. Sie werde medizinisch nicht versorgt, und dann filme man sie aus sonstwas für Blickwinkeln an eigens eingerichteten Orten.

Ein Gericht hat es außerdem jetzt abgelehnt, Timoschenkos Haft in Hausarrest umzuwandeln. Die Anwälte hatten eine sofortige Verlegung beantragt, damit Timoschenko an ihrer Berufungsverhandlung teilnehmen könne.

Die Verteidigung zeigte sich empört über die Ablehnung, die von den Richtern nicht näher begründet wurde. Timoschenko sei bereit, strenge Meldeauflagen zu erfüllen, sagte einer der Anwälte.

Wegen der schweren Erkrankung kann die 51-Jährige, die im Oktober zu sieben Jahren Haft wegen

Amtsmissbrauchs verurteilt worden war, nicht an der laufenden Verhandlung teilnehmen.

Timoschenko wird der Erdgasliefervertrag mit Russland von 2009 vorgeworfen, also aus ihrer Amtszeit. Durch den Vertrag soll der Ukraine ein hoher Schaden entstanden sein. Timoschenko sieht den Vorwurf als politisch motiviert an.