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Blutiges Wochenende in Kairo

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Blutiges Wochenende in Kairo

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Die Unruhen in Ägypten haben einen neuen Höhepunkt erreicht: Rund um den Tahrir-Platz in der Hauptstadt Kairo versammelten sich am Sonntag erneut Tausende Demonstranten; sie steckten Straßensperren und Verwaltunggebäude in Brand und attackierten die Sicherheitskräfte mit Steinen. Auch das Wissenschaftliche Ägyptische Institut wurde vom Brandbomben getroffen; wertvolle Bücher und 200 Jahre alte Dokumente wurden ein Raub der Flammen. Die Militärpolizei nahm zahlreiche Menschen fest. Die Demonstranten beschuldigten die Sicherheitskräfte, mit scharfer Munition zu schießen. “Hier”, ruft ein Aktivist und zeigt einige Gewehrkugeln, “sehen Sie, das ist scharfe Munition.”

Die Bilanz des Wochenendes ist verheerend: Seit Freitag wurden zehn Menschen getötet, mehr als 500 erlitten teils schwere Verletzungen. Was die Unruhen ausgelöst hat, ist strittig: Die Militärpolizei beschuldigt die Demonstranten, am Donnerstag einen Offizier verschleppt zu haben. Die Aktivisten hingegen erklärten, sie seien zuerst angegriffen worden und hätten sich nur verteidigt.