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Erdoğan wirft Frankreich Scheinheiligkeit vor

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Erdoğan wirft Frankreich Scheinheiligkeit vor

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Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hat Frankreich scharf angegriffen. Wegen der bevorstehenden Verabschiedung eines Gesetzes, das das Leugnen des Völkermords an den Armeniern bestraft, warf Erdoğan Frankreich Scheinheiligkeit vor. Wer nach Völkermorden suche, solle zunächst in seiner eigenen Geschichte nachschauen.

“Wenn sich die französische Nationalversammlung für Geschichte interessiert, dann sollte sie sich die Mühe machen herauszufinden, was in Afrika, in Ruanda in Algerien geschehen ist”, sagte Erdoğan nach einem Treffen mit dem Chef des libyschen Übergangsrates Mustafa Abdel Dschalil.

Das geplante Gesetz sieht für das Leugnen eines Völkermordes an den Armeniern eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr und 45.000 Euro Geldstrafe vor. 1915/16 wurden im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier getötet. Die Türkei bestreitet, dass es sich dabei um einen Völkermord gehandelt hat.