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Expo 2012 in Südkorea: Mehr Meer, mehr Mensch

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Expo 2012 in Südkorea: Mehr Meer, mehr Mensch

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In der südkoranischen Küstenstadt Yeosu findet im kommenden Jahr die Expo 2012 statt. Von Mai bis August wird sie dauern, und schon jetzt entsteht dafür hier am Meer eine moderne Kleinstadt aus Pavillons und anderen High-Tech-Attraktionen.

euronews-Reporter Seamus Kearney: “Rund 4000 Arbeiter sind derzeit hier auf dem Expo-Gelände tätig, das fast drei Quadratkilometer groß ist. Und laut den Verantwortlichen läuft alles nach Plan.”

Während die Augen der Welt sich nach Yeosu richten, steigt der Druck auf die Veranstalter. Sie müssen eine Expo organisieren, die den hohen Standards früherer Weltausstellungen gerecht wird. Umgerechnet werden satte 1,4 Milliarden Euro ausgegeben, einschließlich Investitionen aus dem Privatsektor. Die Organisatoren versichern, dass das Geld gut angelegt sei, sie erwarten weit mehr Einnahmen als Augaben. Außerdem verweisen sie auf Tausende neu geschaffener Jobs.

Vor einigen Monaten sorgte Kanada für Schlagzeilen mit der Ankündigung, wegen harter Wirtschaftszeiten nicht an der Expo teilzunehmen, das sei zu teuer. Aber die Veranstalter sind mit den übrigen Teilnehmern auch zufrieden.

Expo-Chef Lee Joon-Hee: “Trotz des weltweiten Abschwungs haben viele Länder großes Interesse an der Expo in Yeosu. Aktuell haben 106 Gastländer und neun internationale Organisationen ihre Teilnahme zugesagt.”

Computeranimierte Bilder vermitteln schon jetzt einen Eindruck davon, wie der Veranstaltungsort hier aussehen wird, wenn er fertig ist. Das Thema “Der lebende Ozean und die Küste” über das harmonische Miteinander von Mensch und Meer wird immer wieder aufgenommen.

Eine der größten Attraktionen ist das riesige, im Wasser stehende große O, das “Big-O”. Noch wird eifrig daran gebaut. Nam Jae Heon, der Chef des Big-O-Projekts: “Jeder Effekt wird von einem eigenen System gesteuert, und man kann diese Systeme kombinieren und dann vom Kontrollraum aus steuern. Dieses Design ist sehr komplex, es ist wichtig, dass alles klappt und fehlerlos abläuft.”

Wyatt Defreitas von WET Design: “Diese quasi lebende Installation ist absolut einzigartig. Ich denke, so etwas hat noch niemand irgendwo auf der Welt gesehen. Wir präsentieren es hier zum wirklich ersten Mal. Wir kombinieren dabei verschiedene Technologien, um etwas zu erschaffen, das größer ist, als seine einzelnen Teile. Das wird ein tolles Erlebnis.”

Auch die einzelnen Gastländer bauen zur Zeit an ihren jeweiligen Pavillions. Etwa die USA. Für die US-Delegation ist dabei das direkte Erlebnis, die unmittelbare Teilnahme der Besucher am Spektakel besonders wichtig.

Andrew Snowhite, Chef des US-Pavillons: “Die USA und Südkorea sind enge Verbündete. Hinzu kommt die weltweite Bedeutung des Ozeans und der Küsten. Jetzt mit Millionen Menschen zu interagieren und ihnen unsere Geschichte erzählen zu können, das ist eine großartige Gelegenheit.”

Seamus Kearney: “Die Expo 2012 erwartet mit ihren spektakulären Ausstellungen und Veranstaltungen rund acht Millionen Besucher aus aller Welt.”

Örtliche Tourismusunternehmen bereiten sich bereits auf die vielen Gäste vor. Die Regierung investiert Millionensummen in die Infrastruktur vor Ort, etwa in Straßen und Eisenbahnverbindungen. Auch nach der Expo soll das Gelände weitergenutzt werden und dem lokalen Tourismus Auftrieb verleihen.

Derzeit werden in Yeosu neue Hotels hochgezogen, und auch örtliche Tempel bieten Unterkünfte an. Yeosu plant, zu einem attraktiven Urlaubsziel am Meer zu werden.

Yang Sun Nam, Stadtführer: “Zur Zeit der Goryeo Dynasty kam der König hierher und gab der Stadt ihren Namen. ‘Yeo’ bedeutet ‘schön’ und ‘su’ steht für ‘Wasser’.

Vor Yeosu finden sich über 300 Inseln, das Meer hier ist Lebensraum zahlloser Tiere und Pflanzen. Yeosu bietet sich somit sehr gut an als Ort, an dem über das Zusammenleben von Menschen und der Meereswelt diskutiert werden kann. Zumal die Industrie Südkoreas auch in Yeosu ihren Tribut von der Natur fordert.

Kim Byeong-Ho, Städtisches Forschungszentrum Yeosu: “Yeosu versucht, die Umwelt, das heißt also die Inseln, die Küste, aber auch die Menschen, die vom Meer leben, zu schützen, indem der Wert der Natur immer wieder hervorgehoben wird.”

Und die Expo wird zu diesem Thema viele neue Inspirationen liefern.