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Nordkorea: Weltweite Ungewissheit nach Kims Tod

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Nordkorea: Weltweite Ungewissheit nach Kims Tod

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Der Tod von Machthaber Kim Jong-Il stürzt nicht nur sein eigenes Land in Ungewissheit: Überall in der Welt versuchen Politiker und Forscher jetzt zu ergründen, wie es mit dem isolierten und unberechenbaren Land nun wohl weitergehen könnte.

Sorgen machen dabei – vor allem unter den Nachbarländern – zum Beispiel die nordkoreanischen Raketen. Gerade jetzt erst hat das Land nach südkoreanischen Berichten wieder einmal zum Testen eine Kurzstreckenrakete abgefeuert – am gleichen Tag, an dem es Kims Tod bekanntgab. 2009 testete es eine Rakete mit besonders großer Reichweite.

Der Stand der Atomforschung bereitet ebenfalls Sorgen – auch wenn Nordkorea seit 2006 nur zwei unterirdische Versuche geschafft hat und weit davon entfernt ist, Kernwaffen bauen zu können.

Ein Dauerstreitpunkt ist dabei seit langem Nordkoreas Kernreaktor Yongbyon, der Plutonium für Kernwaffen herstellen kann. Immer wieder ging es in den letzten Jahren im Gegenzug für Lebensmittelhilfe hin und her zwischen Abschalten und Wiederinbetriebnehmen, zwischen Inspektoren ins Land lassen und sie wieder ausweisen.

Seit dem Sommer verhandelt Nordkorea wieder mit den USA, über die Kernforschung ebenso wie über das Verhältnis zu Südkorea. Die beiden Hälften des geteilten Landes sind rechtlich gesehen seit Jahrzehnten im Kriegszustand; der Koreakrieg Anfang der Fünfziger wurde 1953 nur durch einen Waffenstillstand begelegt. In Südkorea haben die USA nach wie vor bald dreißigtausend Soldaten stationiert.

Immer wieder brechen zwischen beiden Ländern Spannungen auf. Gefährlich wurde es erst wieder letztes Jahr, als ein südkoreanisches Kriegsschiff durch eine Explosion sank: Fast fünfzig Seeleute kamen dabei ums Leben. Der Süden macht dafür den Norden verantwortlich, der Norden bestreitet das.

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