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Wer war Kim Jong Il?

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Wer war Kim Jong Il?

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Daheim hieß er der “Geliebte Führer” – in westlichen Medien wurde er “Mister Seltsam “ genannt.

Schon um seine Geburt wurde eine Legende gewoben – auf dem heiligen Berg der Koreaner soll er im Februar 1942 geboren sein – begrüßt von einem doppelten Regenbogen und einem heiligen Stern.

Im Geburtsregister des Dorfes Wjatskoje nahe Chabarowsk im russischen Fernen Osten steht wesentlich prosaischer : geboren am 16. Februar 1941. Seine Eltern waren im II.Weltkrieg vor den Japanern in die Sowjetunion geflohen. Als Jugendlicher durfte er den Vater zum Staatsbesuch nach Moskau begleiten.

1974 ließ ihn der Vater bei einer geheimen Sitzung des Politbüros der Partei zu seinem Nachfolger erklären. Ende 1991 wurde er auch zum Oberbefehlshaber der Armee ernannt.

Die Weichen waren also gestellt, als der Gründungsvater der Koreanischen Volksrepublik, Kim il súng, 1994 starb. Der verstorbene Vater ist seither Nordkoreas “ewiger Präsident”.

Und dem Land bleibt sein ewiges Probelm:Hunger. Wieviele Menschen schon verhungert sind – bleibt Staatsgeheimnis. Ab und zu lässt der “geliebte Führer” westliche Nahrungsmittelhilfe ins Land.

Wieviel davon bei hungernden Kindern ankommt, kann niemand überprüfen.

Die Welt weis mehr über das Waffenarsenal des zweiten Herrschers aus der kommunistischen Kim-Dynastie, der schon mal eine Mittelstreckenrakete über japanisches Gebiet fliegen ließ.

Westliche Politiker, die ihn trafen, warnten davon, den kleinen Mann zu unterschätzen.

Der südkoreanische Präsident, der im Juni 2000 zum ersten Gipfeltreffen nach Krieg und Teilung nach Pjöngjang reiste, bescheinigte ihm “gesunden Menschenverstand”. Diese Tauwetterperiode sollte eine kurze Episode bleiben. Zum Ende des Jahres 2010 wurde der zwischen den beiden Koreas nie beendet “kalte Krieg” wieder einmal heiss – Granaten aus dem Norden töteten Soldaten und Zivilisten auf einer zum Süden gehörenden Insel

Das Atomprogramm brachte Kim´s armem – an Bodenschätzen reichem Land einen Platz auf Washingstons Liste der “Schurkenstaaten”.

Im Sinne der sogenannte “Juche”-Politik, die besagt, man schaffe alles ohne Hilfe von außen, wurde alle Angebote abgelehnt,für einen Atomverzicht Nahrungsmittelhilfe zu bekommen.

Dafür war Kim bei der französischen Cognac-Firma Hennessy zeitweise größter Einzelkunde.

Im September 2010 überraschte der inzwischen sichlich kranke Herrscher mit der Präsentation eines Nachfolgers. Sein 1982 oder ´83 geborene Sohn Kim-yong Un, bisher ohne jede politische Erfahrung, wurde im Eilverfahren in höchste Ämter befördert.