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Dänemark will Brücke über trübe Gewässer sein

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Dänemark will Brücke über trübe Gewässer sein

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Auf die halbjährige EU-Präsidentschaft Polens folgt zu Beginn des neuen Jahres die Dänemarks. Seit dem Beitritt des nordischen Landes zur Europäischen Union 1973 ist es bereits zum siebten Mal, dass Kopenhagen diese Aufgabe übernimmt. Euronews sprach mit dem dänischen Europaminister Nicolai Wammen.

Euronews:

“Willkommen bei Euronews. Ihr Land übernimmt die Ratspräsidentschaft der EU in einer schwierigen Zeit: Die Rezession droht, die Märkte haben das Vertrauen verloren und der neue Haushaltspakt wirkt kompliziert. Auf welche Weise will Ihr Land etwas bewegen, vor allem als eines, das nicht zur Euro-Zone gehört?”

Nicolai Wammen:

“Wir sehen die Rolle Dänemarks als die einer Brücke über trübe Gewässer. Wir wollen ein Bindeglied zwischen den 17 Mitgliedern der Euro-Zone und den zehn Ländern sein, die ihr nicht angehören. Die große Herausforderung für uns alle ist es, Europa wieder auf den richtigen Weg zu bringen, gegen die Krise anzukämpfen, Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen. Zugleich muss die Haushaltsdisziplin gewahrt werden.”

Euronews:

“Wie soll das vonstatten gehen, wenn Sie an den Treffen der Euro-Staaten nicht teilnehmen?”

Wammen:

“Ich sage nicht, dass das keine Schwierigkeiten mit sich bringt, doch ich denke, dass wir gut vorbereitet sind. Wir haben uns sehr impliziert. Als die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt zu Besuch in Berlin war, sagte ihr die deutsche Kanzlerin Merkel, aus ihrer Sicht habe Dänemark die einzigartige Möglichkeit eine Brücke zwischen den siebzehn und den zehn zu schlagen.”

Euronews:

“In vielen Ländern, darunter in Ihrem, gilt es als unsicher, ob der neue Haushaltspakt angenommen wird. Geht die Glaubwürdigkeit der EU nicht endgültig verloren, wenn der Pakt abgelehnt wird?”

Wammen:

“Die 17 Euro-Staaten haben Maßnahmen zur Stabilisierung der Euro-Zone vereinbart, was meiner Ansicht nach für die EU sehr gut ist. Im weiteren geht es freilich darum, wie die anderen Länder mit den 17 in diesem Sinn zusammenarbeiten. In einer Reihe von Staaten wird darüber bereits debattiert. Wir müssen abwarten und sehen, was dabei herauskommt.”

Euronews:

“Welches sind Ihre größten Wünsche für die nächsten sechs Monate?”

Wammen:

“Ich hoffe sehr, dass die dänische Ratspräsidentschaft Europa hilft, wieder auf den richtigen Weg zu gelangen, so dass wir trotz der Krise zu einer stärkeren Position finden. Zweitens wünschen wir eine Debatte nicht nur darüber, dass wir den Gürtel enger schnallen und die Haushaltsdisziplin einhalten müssen, sondern auch über die Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen in Europa. Drittens wünsche ich ein grüneres Europa, ich wünsche ein grünes Wachstum und dass wir in Sachen Klima eine größere Rolle spielen.”