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Großbritannien will Banken zügeln

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Großbritannien will Banken zügeln

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Großbritannien setzt strengere Regeln für seinen Banksektor durch. Als Konsequenz aus der Finanzkrise sollen die Banken künftig ihr riskantes Investmentgeschäft vom Privatkundengeschäft mit Spareinlagen und Kleinkrediten trennen. Sie sollen auch mehr Rücklagen bilden und ihre Kernkapitalquote erhöhen.

Finanzminister George Osborne, der die Reform im Unterhaus präsentierte, übernahm die Vorschläge einer unabhängigen Expertenkommisison. Und stellte klar: “Diese Einfriedung wird Banken nicht vor der Pleite retten. Aber wenn eine Bank in Schwierigkeiten ist, sorgt die Trennung dafür, dass die Bereiche, die für Familien, Unternehmen und die gesamte Wirtschaft lebensnotwendig sind, weiter funktionieren, ohne dass die Steuerzahler eingespannt werden müssen.”

Die Reform wird die Londoner City nach Osbornes eigenen Schätzungen umgerechnet bis zu knapp zehn Millarden Euro kosten. Londons Bürgermeister Boris Johnson warnte denn auch: “Bringen Sie die britische Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht, aber schlachten Sie nicht die Gans, die goldene Eier legt für zahllose Menschen mit bescheidenem Einkommen, die von der Finanzbranche abhängen.”

Über eine Million Jobs hängen an dem Sektor. Eine neue Finanzkrise käme allerdings viel teuer, kontert der Finanzminister. Den Kritikern geht die Reform nicht weit genug und kommt zu spät: Umgesetzt soll sie erst 2019 sein.