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Weißrussischer KGB verschleppt und misshandelt Femen-Aktivistinnen

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Weißrussischer KGB verschleppt und misshandelt Femen-Aktivistinnen

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Drei ukrainische Feministinnen sind offenbar von weißrussischen Geheimagenten misshandelt worden. Die Frauen, Aktivistinnen der Gruppe “Femen”, hatten in Minsk gegen die umstrittene Wiederwahl des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko vor einem Jahr demonstriert. Laut Femen wurden sie am Minsker Bahnhof entführt und in ein rund 300 Kilometer entferntes Waldstück verschleppt. “Man hat sie mit Messern bedroht”, erzählt Femen-Aktivistin Oleksandra Schevchenko, “ihnen die Haare abgeschnitten, dann hat man sie geschlagen, ihnen alles abgenommen, Kleider, Geld, Handys, Dokumente, und sie nackt im Wald zurückgelassen.” Die Agenten hatten ihre Taten laut Femen sogar mit einer Videokamera festgehalten. Die Frauen konnten sich in eine nahegelegene Ortschaft retten. Der KGB verweigerte zunächst jegliche Stellungnahme.

Gegen die Wiederwahl Lukaschenkos richtete sich auch eine Demonstration am Montag. Dutzende Menschen hatten sich zu der nicht genehmigten Kundgebung in Minsk eingefunden. Die Polizei griff hart durch und nahm rund 50 Regimekritiker fest; sie wurden zu Haftstrafen und Geldbußen verurteilt.

Alexander Lukaschenko selbst zeigt sich von all dem ungerührt. Er traf in Moskau mit den Präsidenten Russlands und Kasachstans zusammen, um Verträge zur Gründung der Eurasischen Wirtschaftskommission zu unterzeichnen.