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Zehntausende Frauen mit fehlerhaften Brustimplantaten

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Zehntausende Frauen mit fehlerhaften Brustimplantaten

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In Frankreich ist ein Gesundheitsskandal ausgebrochen: Dreißigtausend Frauen haben fehlerhafte Brustimplantate erhalten. Die Gelkissen stammen von der französischen Firma PIP, die aber seit letztem Jahr pleite ist.

Die Implantate gehörten zu den billigsten auf dem Markt: Für sie wurde aber ein falsches Silikongel ohne medizinische Zulassung verwendet. Fast zehn Jahre lang, seit 2001, wurden sie eingesetzt.

“Bis jetzt geht es nur um Vorbeugung”, sagt der bekannte plastische Chirurg Laurent Lentieri. “Die Gefahr ist bekannt: Diese Implantate können platzen. Es gibt keine Verbindung zu Krebsfällen, die Frauen sind nicht in Lebensgefahr. Sie können ganz ruhig Weihnachten und Silvester feiern, ohne Risiko: Aber dann sollten sie allmählich ihren Chirurgen aufsuchen.”

Allerdings gibt es Fälle, in denen Frauen mit diesen Implantaten an Krebs erkrankt und auch gestorben sind. Ein Zusammenhang ist aber nicht nachgewiesen.

Bis zum Wochenende will die französische Regierung jetzt entscheiden, ob alle Implantate entfernt werden müssen – auf Kosten der Krankenkasse. Ob aber auch neue Implantate bezahlt werden, ist unklar – wahrscheinlich nicht nach Schönheitsoperationen, dagegen aber für Brustkrebspatientinnen.

PIP hatte jahrelang den größten Teil seiner Produktion auch exportiert, unter anderem nach Deutschland und Österreich. Die Auswirkungen im Ausland sind aber noch unklar.