Eilmeldung

Eilmeldung

Französisches Genozid-Gesetz verärgert die Türkei

Sie lesen gerade:

Französisches Genozid-Gesetz verärgert die Türkei

Schriftgrösse Aa Aa

Der französische Gesetzesentwurf zur Armenierfrage sorgt in der Türkei für Empörung. Eine Delegation türkischer Parlamentarier reiste nach Paris, um in Gesprächen unter anderem mit Außenminister Alain Juppé die Absetzung des Entwurfs von der Tagesordnung der Nationalversammlung zu erreichen. Frankreich aber bleibt hart. “Paris hat 2001 das Massaker an den Armeniern als Völkermord anerkannt”, argumentiert die Abgeordnete Valérie Boyer. “Aber in diesem Text gab es keine Strafen für die Leugnung des Genozids.”

Forscher gehen davon aus, dass das Osmanische Reich zwischen 1915 und 1917 versucht hatte, die Volksgruppe der Armenier auszulöschen. Massaker und Todesmärsche forderten bis zu 1,5 Millionen Opfer. Die Türkei jedoch weist den Vorwurf des Völkermordes zurück. “Diese Gesetze zerstören nur die Beziehungen zwischen Ankara und Paris”, sagt der ehemalige türkische Botschafter in Frankreich, Osman Korutürk, “und diese Beziehungen sind sehr wichtig. Wie Sie sehen, spricht unsere ganze Delegation französisch, es gibt viele frankophile Türken und sie fühlen sich jetzt betrogen.”

Am Donnerstag will die Nationalversammlung über den Gesetzesentwurf abstimmen. Dieser sieht für die Leugnung anerkannter Genozide ein Jahr Haft sowie eine Geldstrafe von 45.000 Euro vor.