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Rekord: Banken leihen sich bei EZB fast 500 Milliarden Euro

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Rekord: Banken leihen sich bei EZB fast 500 Milliarden Euro

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Wenige Tage vor Weinachten haben sich die Banken der Eurozone bei der EZB mit einer Rekordsumme an Liquidität eingedeckt. Insgesamt liehen sich die wegen der Eurokrise verunsicherten Institute zu günstigen Konditionen fast 500 Milliarden Euro für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren.

Die EZB wollte dadurch eine Kreditklemme verhindern, denn die Banken leihen sich zur Zeit nur ungern gegenseitig Geld.

Justin Urquhart Stewart von Seven Investment Management hält die EZB-Aktion für ein allzu durchsichtiges Manöver. Darauf hätten die Banken mit einer klaren Botschaft reagieren können, nämlich dass sie zu stark sind, um auf diese Offerte einzugehen.

Auch bezweifeln Experten, dass Banken das EZB-Geld einsetzen, um Anleihen von Schuldenstaaten zu kaufen. Die Operation könne daher nicht wirklich dem Ziel dienen, die Schuldenkrise zu bekämpfen, meint Charles Diebel von Lloyd´s Bank. Hier sei entscheidend, dass das politische Herumeiere endlich aufhöre.

An der Aktion beteiligten sich laut EZB insgesamt 523 Banken, ein sehr hoher Wert. Der Zins, den sie zahlen müssen, orientiert sich an den Sätzen der wöchentlichen Hauptrefinanzierungsgeschäften der Institute mit der EZB. Derzeit liegt er bei ein Prozent – das entspricht dem Leitzins im Euroraum.

Eine zweite Runde dieser Liquiditätsversorgung ist für Ende Februar geplant.