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Blutbad in Bagdad

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Vier Tage nach dem Abzug der letzten US-Soldaten aus dem Irak eskaliert die Gewalt. Bei einer Serie von Sprengstoffanschlägen wurden in Bagdad am Donnerstag mehr als 70 Menschen getötet und fast 200 verletzt. Die Sprengsätze wurden zum Teil von Selbstmordattentätern gezündet. Die meisten Anschläge wurde in schiitischen Stadtteilen Bagdas verübt.

Beobachter befürchten, dass der Machtkampf, der zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden tobt, das Land an den Rand eines Bürgerkrieges treiben könnte, so wie das vor Jahren schoneinmal der Fall gewesen ist.

Ausgelöst wurde die Krise durch den Haftbefehl gegen Vizepräsident Tarik al-Haschimi. Dem Sunniten wird die Planung von Terroranschlägen vorgeworfen. Haschimi hat sich nach Kurdistan in Sicherheit gebracht. Der schiitische Ministerpräsident Maliki hatte nicht nur den Haftbefehl gegen Haschimi erwirkt, sondern auch seinen sunnitischen Stellvertreter, Salih al-Mutlak entlassen, weil al-Mutlak ihm vorgeworfen hatte “schlimmer als Saddam Hussein zu sein”.

Die USA hatten damit gerechnet, dass es nach dem Abzug zu verschärften Machtkämpfen zwischen Schiiten und Sunniten kommen würde, aber nicht erwartet, dass dies so rasch der Fall sein würde.