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Armenische Minderheit fürchtet Repressalien

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Armenische Minderheit fürchtet Repressalien

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Das französische Völkermord-Gesetz vergiftet die Beziehungen zur Türkei, nicht nur auf diplomatischer Ebene. Viele Türken sind aufgebracht. Immer wieder kommt es vor französischen Einrichtungen zu Demonstrationen. Dass es sich bei diesen Protesten um ein kurzlebiges Phänomen handelt, glaubt Rober Koptas nicht. Koptas ist Chefredakteur der türkisch-armenischen Wochenzeitschrift Agos, die einst der ermordete Hrant Dink geleitet hatte: “Noch ist man sich in der Türkei der Angelegenheit nicht bewusst. Die Türken wissen nicht genug darüber. Personen, die Ereignisse in einem anderen Land abstreiten, mit einem Jahr Gefängnis oder 45.000 Euro zu bestrafen scheint mir nicht angemessen zu sein”.

Koptas befürchtet auch negative Auswirkungen auf die armenische Minderheit in der Türkei: “Ich glaube die Reaktion in der Türkei ist sehr stark. Deshalb wird dieses Gesetz unsere Position in der Türkei negativ beeinflussen. Es behindert unseren Dialog mit der Gesellschaft, es ist extra Munition für die Nationalisten und jene, die diese Geschichte abstreiten. Wenn Frankreich die Meinungsfreiheit einschränkt, dann ist es auch hier legitim die Meinungsfreiheit einzuschränken”, befürchtet Koptas.

Etwa 60.000 Türken armenischer Herkunft leben in der Türkei, in Frankreich gibt es rund 500.000 Armenier, die als Staatsbürger wahlberechtigt sind.