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Paris empfiehlt Entfernung von PIP-Implantaten

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Paris empfiehlt Entfernung von PIP-Implantaten

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Im Skandal um möglicherweise krebserregende Brustimplantate des französischen Herstellers PIP hat das Gesundheitsministerium in Paris die vorsorgliche Entfernung der Silikonkissen empfohlen. Bislang erkrankten acht Frauen, deren Implantat gerissen war, an Krebs – ein ursächlicher Zusammenhang mit den PIP-Produkten konnte allerdings noch nicht nachgewiesen werden. In Frankreich sind rund 30.000 Frauen betroffen, aber PIP lieferte seine Silikonkissen auch in zahlreiche andere Länder. “Es geht nicht nur um Frankreich”, so Alexandra Blachere, die Sprecherin einer Selbsthilfegruppe. “PIP war der weltweit drittgrößte Hersteller von Brustimplantaten und 87 Prozent dieser Silikonkissen wurden exportiert. Mich kontaktieren viele Menschen aus Spanien und Italien, aber PIP hat auch Venezuela, Brasilien und die Ukraine beliefert. Es gibt Opfer in der ganzen Welt.”

In Deutschland sind nach Schätzungen rund 7.500 Frauen betroffen, bei rund 20 ist das Implantat gerissen und das Gel ausgetreten. Fälle von Krebserkrankungen wurden in Deutschland bislang nicht bekannt. PIP verwendete minderwertiges, industrielles Silikon, das eigentlich in Computerdruckern und Matratzen eingesetzt wird. Die Firma ist mittlerweile insolvent.