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Französischer Silikon-Betrüger: Gierig und aggressiv

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Französischer Silikon-Betrüger: Gierig und aggressiv

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Interpol fahndet weiter nach dem Gründer der französischen Brustimplantats-Firma PIP, Jean-Claude Mas. Die staatliche französische Krankenkasse plant eine Anzeige gegen Mas wegen schweren Betrugs.

Mas benutzte in seiner inzwischen bankrotten Firma Silikon für die Implantate, das nicht für den medizinischen Gebrauch bestimmt war.

Auf den Skandal aufmerksam geworden waren die Behörden, weil mehrere Silikonimplantate im Körper der Frauen aufgebrochen waren und Silikon ausgetreten war.

Patrick Baraf, plastischer Chrirurg in Paris, kannte Mas gut. Er sagt: “Ich habe Mas auf Kongressen kennengelernt. Er sagte mir, die Implantate, die ich verwendete, seien nichts wert, ich sollte seine Implantate verwenden. Er war sehr aufdringlich. Er war zu allem bereit, um den Markt zu beherrschen. Er war gierig und aggressiv und er schaffte es, seine Produkte zu einem Preis auf den Markt zu bringen, mit dem niemand mithalten konnte.”

Das französische Gesundheitsministerium empfahl 30.000 Frauen, sich die Implantate entfernen zu lassen. Auch in Deutschland wurden Produkte der Firma PIP verwendet.

PIP hat in seinen besten Zeiten pro Jahr etwa 100.000 Implantate produziert. Zeitweise war die Firma weltweit drittgrößter Produzent der weichen Geltaschen. Sie wurden in mehr als 65 Länder geliefert, vor allem nach Lateinamerika.

Auf der Fahndungsliste von Interpol steht Jean-Claude Mas allerdings schon seit Monaten – nicht wegen seiner Implantate, sondern auf Antrag Costa Ricas wegen Trunkenheit am Steuer.