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"Goodbye Putin": Massendemonstration in Moskau

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"Goodbye Putin": Massendemonstration in Moskau

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Zehntausende Russen sind an diesem Samstag dem Aufruf der Opposition gefolgt und gegen die Regierung in Moskau auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Veranstalter waren es 120.000, laut Polizei nur etwa 30.000 Teilnehmer. Sie forderten Neuwahlen – wie schon beim Massenprotest vor zwei Wochen, an dem sich weniger Menschen beteiligten. Grund sind Unregelmäßigkeiten bei den Parlamentswahlen.

Die Bürgerrechtlerin Yevgenia Chirikova sagte, sie könne sich glücklich schätzen. Sie lebe lange genug, um zu erleben, dass Russen keine Affen seien, sondern als Menschen auf die Straße gingen.

Ähnlich wie beim letzten Mal begleitete ein großes Polizeiaufgebot die Demonstration. Die Polizisten hielten sich jedoch im Hintergrund.

Wie alle hier, erklärte eine Moskauerin, hoffe sie auf Veränderungen. Sie glaube nicht, dass sich sofort etwas bewege, man solle nicht zuviel erwarten oder naiv sein. Aber später werde es ganz allmählich Veränderungen geben. Das hier sei der erste Schritt, der Anfang eines Wegs.

Die wachsenden Massenproteste müssen nun nach Meinung des früheren sowjetischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Michail Gorbatschow Konsequenzen in Moskau haben. Er sagte, “ich würde Wladimir Wladimirowitsch zum Rücktritt raten. Nach drei Amtszeiten – zwei als Präsident und eine als Ministerpräsident reicht es. Ansonsten bilden sich Clans und Gruppierungen.”

Das sieht Putin anders: Er will sich am 4. März bei der Präsidentenwahl wiederwählen lassen. Noch nie zuvor hatte es seit seinem Amtsantritt vor über zehn Jahren jedoch Massenproteste dieses Ausmaßes gegeben.