Eilmeldung

Eilmeldung

China: Ein-Kind-Politik wird immer stärker unterlaufen

Sie lesen gerade:

China: Ein-Kind-Politik wird immer stärker unterlaufen

Schriftgrösse Aa Aa

Immer wieder entziehen sich Paare in China der offiziellen Ein-Kind-Politik. Laut Schätzungen ist nur noch jedes fünfte Kind in China ein Einzelkind.
 
Dennoch müssen Eltern, die ein zweites Kind erwarten, mit Repressionen rechnen wie Strafzahlungen und dem Verlust des Arbeitsplatzes. Die Lehrerin Wu Weiping aus dem Osten Chinas hätte fast 14 000 Euro zahlen sollen. Sie flüchtete nach Shanghai, um ihr Kind zur Welt zu bringen:
 
“Was mir am meisten Sorgen machte, war die Frage, ob eine sichere Geburt möglich sein würde. Ich hatte viele Frauen gesehen, die zu Abtreibungen gezwungen worden waren. Ich hatte Angst, das nächste Opfer zu sein.”
 
Auch der Hochschulprofessor Li Yongan aus Peking verlor seine Arbeit, als er und seine Frau sich entschieden, ihren Sohn zu bekommen, obwohl sie schon eine 13jährige Tochter hatten:
 
“Ich habe es nie bereut, aber ich habe jahrelang unter mentaler Folter und vielen Kämpfen gelitten, nur weil ich zwei Kinder habe. Das macht alles keinen Sinn.”
 
Der Sohn muss nun in einen teuren privaten Kindergarten gehen. Da die Eltern sich weigerten eine Strafe von 28 000 Euro zu bezahlen, konnte das Kind nicht bei den Behörden registriert werden und fällt damit aus dem öffentlichen Schulsystem heraus.