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Ein Weihnachtsstern der anderen Art

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Ein Weihnachtsstern der anderen Art

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Der rätselhafte Lichtschweif, der am Heiligabend in weiten Teilen Europas zu sehen war, hat nicht den Weg nach Bethlehem gezeigt.

Es handelte sich vielmehr um russischen Weltraumschrott. Einzelne Teile eines Kommunikationssatelliten schlugen im sibirischen Dorf Wagaizewo ein.

Die Trümmer landeten ausgerechnet in der Straße der Kosmonauten. Auch ein Haus wurde getroffen. Der Bewohner Andrei kam mit dem Schrecken davon. Für den Schaden soll er demnächst von den Behörden entschädigt werden. Doch diese Nacht wird Andrei so schnell nicht vergessen: “Am Anfang verstand ich nicht, was passiert war und fragte mich, woher dieses riesige Loch im Dach kommt. Doch dann sah ich diesen Ball hier auf dem Boden liegen.”

Das russische Raumfahrtprogramm musste in den vergangenen Monaten eine Reihe von Rückschlägen hinnehmen. Mehrere Satelliten gingen verloren. Vladimir Popovkin, der Chef der Behörde, klagt über mangelnde Kompetenz: “Die Raumfahrtindustrie steckt in der Krise. Uns fehlt es an Spezialisten. In den 1990er Jahren sind die jungen Talente ausgewandert. Und jetzt haben wir keine kompetenten, motivierten Experten.”

Eine Ermittlung soll die genauen Gründe der Panne klären. Das Ergebnis wird auch die Nasa interessieren, denn seit dem Ende des US-Shuttle-Programms im Juli ist Russland das einzige Land, das bemannte Raumflüge umsetzen kann.