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Israel diskutiert über ultraorthodoxe Sonderrechte

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Israel diskutiert über ultraorthodoxe Sonderrechte

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In Israel ist ein Fernsehteam von Ultraorthodoxen angegriffen worden – Schauplatz ist Beit Shemesh, eine Stadt vor den Toren Jerusalems mit 85.000 Einwohnern.

Ziel der Aggression: Ein Team des Senders Channel Two – er hatte eine Reportage ausgestrahlt, die von Mobbing-Aktionen Ultraothodoxer gegen ein angeblich unzüchtig bekleidetes Schulmädchen berichtete.

Seither wird im Land verstärkt über den Einfluss der 700.000 sogenannten Charedim diskutiert, sie machen rund 10 Prozent der Bevölkerung aus.

Charedim lehnen weltliches Wissen ab und führen ein streng reguliertes, meist auf ein rabbinisches Oberhaupt ausgerichtetes Leben abseits der Mainstream-Gesellschaft.

Das ultraorthodoxe Judentum entstand im 19. Jahrhundert als Reaktion auf die jüdische Aufklärung und die Emanzipationsbestrebungen der Juden in Mittel- und Osteuropa.

Das angegriffene Mädchen von Beit Shemesh ist traumatisiert.

Naama Margolese:

“Auf dem Schulweg habe ich ganz toll Bauchweh gekriegt. Ich hatte solche Angst.”

Wenige Tage zuvor hatte eine junge Frau für Aufsehen gesorgt, weil sie sich der Geschlechtertrennung in einem sogenannten “koscheren” Bus von Aschdod nach Jerusalem nicht unterwerfen wollte.

Sie hatte sich direkt hinter den Fahrer gesetzt und sich geweigert, in den für Frauen vorgesehenen hinteren Teil des Busses zu gehen.

Vor allem in religiösen Stadtgebieten Jerusalems fahren viele “koschere” Busse, in denen die Frauen hinten sitzen müssen.

mit Reuters, AP