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Israel: Ultra-Orthodoxe immer aggressiver


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Israel: Ultra-Orthodoxe immer aggressiver

In Israel hat erneut gewaltätiger religiöser Extremismus Schlagzeilen gemacht. Das Kamerateam eines Fernsehsenders wurde von einer Gruppe ultra-orthodoxer Juden angegriffen, als es einen Beitrag über einen wenige Tage alten ähnlichen Vorfall drehte. Das Team wurde mit Steinen beworfen, technisches Gerät wurde gestohlen.

Die Tat ereignete sich in der Stadt Beit Shemesh bei Jerusalem. Dort war kürzlich ein achtjähriges Mädchen von Ultra-Orthodoxen massiv angefeindet worden, weil es angeblich nicht züchtig genug gekleidet war. Im Fernsehen erklärte das Mädchen, es habe mittlerweile Angst, zur Schule zu gehen.

In Israel häufen sich seit einiger Zeit Klagen über das aggressive Verhalten der Ultra-Orthodoxen. Dieses richtet sich besonders gegen Frauen, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln. Nämlich dann, wenn sich Frauen in sogenannten “koscheren” Bussen nicht nach hinten setzen.

Wenn sich eine Frau im Bus nach hinten zu setzen habe, dann sei das weder Schande noch Erniedrigung, sagt der orthodoxe Rabbi Yaacov Halperin. “Mit ihrem Verhalten beweist sie nur ihre Demut.”

Dieses Frauenbild lehnt allerdings der weltliche Teil der israelischen Gesellschaft ab. In Jerusalem kam es kürzlich zu Protestkundgebungen gegen den orthodoxen Einfluss. Jerusalem sei nicht Teheran, hieß es etwa auf Plakaten. In Israel müsse es Frauen möglich sein, sich ohne Bedrohung im öffentlichen Raum zu bewegen.

Inzwischen kündigte die Regierung an, stärker gegen religiöse Eiferer vorgehen zu wollen.

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