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Begnadigung nicht so einfach

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Begnadigung nicht so einfach

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Trotz internationaler Warnungen und Proteste hat ein Gericht in Äthiopien zwei schwedische Journalisten wegen “terroristischer Aktivitäten” zu elf Jahren Haft verurteilt.

Es begründete sein Urteil in Addis Abeba damit, dass der Fotograf Johan Persson (29) und der Reporter Martin Schibbye (31) die Grenze von Somalia aus zusammen mit bewaffneten Seperatisten illegal übertreten hätten.

In Stockholm kam es unterdessen zu Protesten gegen die Verurteilung der beiden Journalisten.

Ihr Anwalt Thomas Olsson sagte zum harten

Strafmaß, es sei “politisch bestimmt”, um andere Journalisten abzuschrecken. Auf die Frage, ob auch eine Begnadigung denkbar sei antwortete er: “Nun, um einen Straferlass zu erreichen, muss das offizielle Verfahren zuerst einmal abgeschlossen sein. Dann müssen sie ihr Verbrechen zugeben und sich schuldig bekennen. Außerdem erwartet man eine Entschuldigung dafür, dem Staat Äthiopien soviel Ärger bereitet zu haben.”

Nach ihrer Festnahme im Juli hatten die Journalisten den illegalen Grenzübertritt in die Provinz Ogaden zugegeben, den Vorwurf des Terrorismus aber zurückgewiesen. Sie nannten Recherchen zu Menschenrechtsverletzungen als Grund für ihren Aufenthalt. Sie müssen sich nun bis zum 10. Januar entscheiden, ob sie Berufung einlegen oder ein Gnadengesuch einreichen.

In den vorangegangenen Monaten hatte es in der schwedischen Öffentlichkeit Kritik am zurückhaltenden Auftreten von Außenminister Carl Bildt nach der Festnahme von Schibbye und Persson gegeben. Die beiden wollten nach eigenen Angaben in der Ogaden-Provinz nicht zuletzt über die

Rolle des schwedischen Energieunternehmens Lundin Petroleum recherchieren, bei dem Bildt bis 2006 dem Aufsichtsrat angehörte hatte. Lundin war in Äthiopien bei der Suche nach Öl nach eigenen

Angaben von 2006 bis 2009 aktiv.