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Gericht in Kairo verbietet "Jungfrauentests"

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Gericht in Kairo verbietet "Jungfrauentests"

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Ein Verwaltungsgericht in Kairo hat die umstrittenen “Jungfrauentests” in ägyptischen Militärgefängnissen verboten. Die Aktivistin Samira Ibrahim hatte geklagt, weil sie im März nach ihrer Festnahme auf dem Tahrir-Platz gegen ihren Willen von einem Arzt untersucht worden war, so ägyptische Medien. Vor dem Gericht hatten Unterstützer auf das Urteil gewartet.
 
 
Maheenour Albadrawy, Demonstrantin:
 
“Niemand würde so eine Behandlung einfach so hinnehmen: Dies ist ein Angriff und eine Art von Folter, um der Revolution Druck zu machen und den Frauen. Man will, dass wir den Mund halten und keine Veränderungen mehr verlangen. Aber wir sind wegen Samiras Problem hier, und das haben auch viele andere.”
 
Zuvor hatte Samira Ibrahim in einem Video bekanntgemacht, was ihr passiert war. Auch bei mindestens 16 anderen Frauen hatten Ärzte unter Androhung oder Anwendung von Gewalt festgestellt, ob sie noch Jungfrauen waren oder nicht.
 
Die Armee hatte die Vorwürfe zunächst bestritten. Später versuchte ein General, die Tests zu rechtfertigen. Jetzt sagte der Chef der Militärjustiz, General Adel Morsi, die Tests seien individuelle Übergriffe gewesen. Sie würden einzeln geahndet.
 
Die Klägerin und andere Aktivisten feierten das Urteil als Sieg über den regierenden Militärrat.
 
 
 
 
mit Reuters, AFP, dpa