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Der "geliebte Führer" ist tot - es lebe der junge Führer?

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Der "geliebte Führer" ist tot - es lebe der junge Führer?

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In Nordkorea wird um den am 17. Dezember verstorbenen “geliebten Führer” Kim Jong Il getrauert. Der jüngste Sohn des Verstorbenen, der noch nicht 30-jährige Kim Jong Un, wird in den Medien des Landes jetzt “erfahrener General” und “Leiter des Zentralkomitees der Arbeiter-Partei” genannt. Als sein Vater ihn in den Führungszirkel aufnahm, wurde er zunächst der “junge General” genannt. Kim Jong Un wird im Staatsfernsehen mit den wichtigsten Trauergästen gezeigt.

Dazu gehörten zu Wochenbeginn auch zwei Delegation aus Südkorea. Die dortige Regierung hatte nur zwei privaten Beileidsdelegationen die Reise gestattet. Die wichtigsten Personen waren dabei die 90-jährige Witwe des früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung, der 2000 eine Tauwetterperiode zwischen den verfeindeten Brüdern eingeleitet hatte – und die Vorsitzende des Hyundai-Konzerns.

Völkerrechtlich befinden sich die beiden Koreas immer noch im Kriegszustand. 1953 wurde ein Waffenstillstand vereinbart, aber kein Friedensvertrag.

Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa verlor Nordkorea vor 20 Jahren seine entscheidenden Unterstützer. Unter dem verstorbenen Kim Jong Il wurde die absolute Priorität des Militärs eingeführt – und parallel dazu auch an einer eigenen Atombombe gearbeitet.

Nordkoreanische Raketen bedrohen mit ihrer Reichweite inzwischen nicht nur Südkorea – bei 6.000 Kilometern haben sie einen Aktionsradius bis Alaska, Iran, Ausstralien. Besonders bedroht fühlt sich dabei Japan.

Nordkoreas wichtigster Partner ist jetzt China.

Präsident Hu Jintao stattete in Peking der nordkoreanischen Botschaft einen Beileidsbesuch ab. In Nordkorea entstehen die wichtigsten Bauvorhaben zur Modernisierung der Wirtschaft derzeit unter der Leitung chinesischer Ingenieure.

Das hatte der verstorbene Kim Jong Il mit der chinesischen Führung vereinbart.

China bedauert durchaus, dass die sechsseitigen Gespräche zwischen beiden Koreas, den USA, Rußland, China und Japan seit Dezember 2008 eingefroren sind.

euronews sprach mit dem amerikanischen Investment-Banker Robert Kuhn, der 20 Jahre lang in China gelebt und die dortige Regierung beraten hat. Er ist der Autor des Buches “Was Chinas Führer denken”. Wenn Sie das komplette Gespräch im englisch Originalton hören möchten, klicken Sie bitte das Video an.