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Juntachef verurteilt


Argentinien

Juntachef verurteilt

Der letzte Chef der argentinischen

Militärjunta, Reynaldo Bignone, ist wegen Menschenrechtsverletzungen zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Gegen den General im Ruhestand war bereits wegen anderer Fälle zweimal lebenslange Haftstrafe verhängt worden.

Das Bundesgericht 2 in Buenos Aires befand den 83-Jährigen der Freiheitsberaubung an 15 Menschen im Krankenhaus Posadas schuldig. Die Klinik liegt im Osten der argentinischen Hauptstadt.

Bignone hatte wenige Tage nach dem Staatsstreich 1976 persönlich an der Spitze einer Truppe mit Hubschraubern und Panzern die militärische Besetzung des Krankenhauses angeführt. Der Direktor und weitere 14 Menschen sollen festgenommen und gefoltert worden sein.

Elf Mitglieder des ärztlichen und administrativen Personals wurden während der Militärdiktatur (1976-83) ermordet. Die Morde werden jedoch in einem anderen Prozess untersucht.

Neben Bignone wurde auch der ehemalige Brigadier Hipolito Rafael Mariani zu acht Jahren Haft

verurteilt.

Den Angehörigen der Opfer jedoch ist das nicht genug:“Diese Art Bestrafung können wir nicht akzeptieren, sie sind lächerlich angesichts der verübten Verbrechen! Was braucht es noch an Beweisen? Sollen die Menschen, die sie umgebracht haben von den Toten auferstehen, um Zeugnis von den Verbrechen abzulegen, die diese Männer begannen haben? Was braucht es noch?”

Bignone hatte die Führung der Militärjunta am 1. Juli 1982 übernommen, nachdem sein Vorgänger nach der Niederlage Argentiniens im Falklandkrieg gegen Großbritannien zurückgetreten war. 1983 übergab Bignone die Macht an den ersten demokratisch gewählten Präsidenten Raul Alfonsin.

Die Militärs brachten nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen etwa 30.000 Menschen um.

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