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Türkei: Anti-PKK-Einsatz trifft angeblich Unschuldige

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Türkei: Anti-PKK-Einsatz trifft angeblich Unschuldige

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Der türkische Luftschlag, bei dem an der türkisch-irakischen Grenze mindestens 30 Menschen ums Leben kamen, war Militärangaben zufolge Teil eines Einsatzes der Armee gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK. Ein Armeesprecher sagte, man habe im Nordirak eine Operation gegen PKK-Kämpfer durchgeführt. Diese hätten dort wichtige Lager und würden von da aus immer wieder Waffen in die Türkei bringen und Anschläge verüben.

In dem unwegsamen Gebiet südlich des kurdischen Ortes Ortasu hätte Drohnen mit Wärmebildkameras in der Nacht eine Gruppe ausgemacht, die vom Irak aus in die Türkei habe eindringen wollen. Daraufhin habe man den Angriff gegen die mutmaßlichen PKK-Rebellen gestartet, so der Sprecher. Im Einsatzgebiet gebe es keine zivile Bevölkerung.

Allerdings hat der Schlag womöglich die falschen getroffen. Lokalpolitiker und örtliche Medien berichten, dass es sich bei den Opfern um Schmuggler aus Ortasu gehandelt habe, die meisten von ihnen junge Männer um die 20 Jahre. Die Körper, die laut den Berichten völlig verbrannt sind, wurden inzwischen in das Dorf gebracht.

Ein Lokalpolitiker sagte, die türkischen Behörden wüssten, dass viele Bewohner hier an der Grenze zum Irak ihren Lebensunterhalt mit dem Schmuggel von Treibstoff, Gas oder Zucker verdienten. Wegen des unwegsamen und verschneiten Gebiets könne die Zahl der Opfer noch steigen, hieß es. Aus Sicherheitskreisen hatte es zuvor schon geheißen, man habe nicht erkennen können, ob es sich um Schmuggler oder PKK-Kämpfer gehandelt habe.