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Berlin protestiert gegen Durchsuchung der Adenauer-Stiftung

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Berlin protestiert gegen Durchsuchung der Adenauer-Stiftung

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Deutschland hat beim ägyptischen Botschafter scharf gegen die Durchsuchung des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kairo protestiert.

Dem ins Auswärtige Amt einbestellten Diplomaten sei klar gemacht worden, dass dieses Vorgehen inakzeptabel sei, so ein Sprecher des Ministeriums in Berlin.

Am Donnerstag waren die Kairoer Büroräume der Stiftung und anderer ausländischer Organisationen durchsucht worden.

Heba Morayef von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte: “Eine Razzia so wie die gestern ist bisher noch nie geschehen. Unter Mubarak gab es so etwas nicht. Dies ist ein Zeichen, dass die Lage sehr ernst ist. Das zeigt auch die Tatsache, dass die Polizei einige Hilfsorganisationen einfach geschlossen hat.”

Politologe Abdu Kasim meinte: “Was gestern in Ägypten passiert ist, ist eine Verletzung der Menschenrechte und der Rechte der Ägypter. Dass diese Organisationen Geld aus dem Ausland annehmen, ist nur ein Vorwand für die Polizei, damit sie eingreifen konnten. Die Regierung nimmt doch selbst Geld aus dem Ausland an.”

Computer und zahlreiche Dokumente der Organisationen wurden beschlagnahmt, die Büros versiegelt.

Doch viele Ägypter finden die Polizeiaktion gut. Tausende versammelten sich auf dem Tahrir-Platz und zeigten ihre Unterstützung. Ahmed Gabr ist einer von ihnen. Er sagt: “Ich finde, jeder Organisation, die Geld aus dem Ausland annimmt, muss der Garaus gemacht werden. Wir werden in unserem Land alleine mit unseren Problemen fertig. Wir brauchen keine Hilfe von außen.”

Nach Angaben Berlins stellt die Durchsuchungsaktion einen Rückschlag für die Bemühungen um Demokratie in Ägypten dar.