Eilmeldung

Eilmeldung

Spanier sind über Sparpläne geteilter Meinung

Sie lesen gerade:

Spanier sind über Sparpläne geteilter Meinung

Schriftgrösse Aa Aa

Spanien muss sparen. Mit teilweise drastischen Maßnahmen will Madrid das ausufernde Budgetdefizit in den Griff bekommen. Dieses beträgt in diesem Jahr acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts, zwei Prozentpunkte mehr als ursprünglich geplant.

Die konservative Regierung will daher unter anderem die Einkommens- die Vermögens- und die Grundsteuer erhöhen und den Mindestlohn einfrieren. Und das ist noch lang nicht alles. “Diese Maßnahmen sind nur der Anfang”, erklärte Regierungssprecherin Soraya Sáenz de Santamaría, “der Beginn eines ganzen Pakets von Strukturreformen, die das Haushaltsdefizit senken und unserer Wirtschaft wieder Schwung geben sollen.”

In der spanischen Bevölkerung gehen die Meinungen zu den Sparplänen auseinander. “Ich bin nicht einverstanden”, meint eine junge Frau in Madrid, “denn es werden immer nur die belastet, die am meisten Hilfe bräuchten. Man will die Mindestlöhne einfrieren, aber man sollte sich lieber Gedanken machen, ob man nicht andere Gehälter einfrieren kann, höhere Gehälter, die nicht so dringend gebraucht werden.” Anders sieht das ein anderer Passant: “Wenn man entdeckt, dass kein Geld mehr in der Börse ist, dann sind Einschnitte nötig. Natürlich wäre es mir lieber, wenn es nicht so wäre, aber wenn Sparmaßnahmen sein müssen, sollte man sie durchsetzen.”

Die EU-Kommission kündigte an, die Sparpläne zu überprüfen. Insgesamt will Madrid 2012 fast neun Milliarden Euro einsparen. Allerdings gehen Experten davon aus, dass Einsparungen in Höhe von 20 Milliarden Euro nötig sein werden.