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Frankreichs Kernkraftwerke werden nachgerüstet

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Frankreichs Kernkraftwerke werden nachgerüstet

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Alle französischen Kernkraftwerke können in Betrieb bleiben: Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Aufsichtsbehörde.

Diese Sicherheitsüberprüfung wurde nach der Havarie im japanischen Fukushima begonnen. Die Behörde stellt fest, dass alle 58 französischen Reaktoren ausreichend sicher seien. Das gilt ebenso

für den neuartigen Druckwasserreaktor von Flamanville, der noch gebaut wird, und für zwanzig weitere Nukleareinrichtungen.

Allerdings verlangt die Aufsichtsbehörde Nachbesserungen, um die Kraftwerke auch unter

extremen Bedingungen zu schützen. Dazu gehört eine zuverlässige Notversorgung mit Strom ebenso wie mit Kühlwasser. Außerdem soll es eine

“schnelle Eingreiftruppe” geben, die bei einem Notfall schnell Maßnahmen einleiten soll.

Am Netz bleibt damit auch das umstrittene Kernkraftwerk in Fessenheim, nur wenige Kilometer entfernt von der deutschen Grenze. Es ist seit 1978 in Betrieb und damit das älteste Kernkraftwerk des Landes.

Der EDF-Konzern, der alle französischen Kernkraftwerke betreibt, gibt die Kosten für die Nachrüstungen mit bis zu zehn Milliarden Euro an.

Die Aufsichtsbehörde veranschlagt dafür ebenfalls mehrere Milliarden Euro: Pro Reaktor geht sie von vierzig bis sechzig Millionen Euro aus. Sie macht auch klar, dass EDF eben Reaktoren schließen müsse, wenn es diese Kosten für unwirtschaftlich halte.

In Frankreich spielt die Kernkraft eine außerordentlich große Rolle: Die Reaktoren erzeigen rund drei Viertel des gesamten Stroms.