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Irak nach dem Abzug der US-Truppen - die Angst der einheimischen Helfer

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Irak nach dem Abzug der US-Truppen - die Angst der einheimischen Helfer

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Die amerikanischen Truppen beim Abzug aus dem Irak. Was diese Soldaten freut, bereitet vielen ihrer einheimischen Angestellten Angst. Über Jahre hin war so ein Posten bei der Besatzungsarmee wegen des sicheren Einkommens gefragt. Nun könnten Neid und Rache ausbrechen.

Der Mann, der als Dolmetscher für die amerikanischen Truppen gearbeitet hat, will sicherheitshalber sein Gesicht nicht zeigen.

Er sagt, er habe Angst. Er befürchtet, nun als “Kollaborateur” der Amerikaner angesehen zu werden. Darum hat er ein Einreisevisum für die Vereinigten Staaten beantragt. Mehrfach betont er, Leute wie er würden jetzt als Helfer der Amerikaner bezeichnet, was sie in eine kritische Situation bringe. Das gelte nicht nur für ihn selber sondern auch für seine Familie.

2003 war von islamistischen Hardlinern sogar eine “Fatwa” verhängt worden, ein religiöses Urteil, das die Gläubigen verpflichtet, sich gegen jene zu wenden, die, auf welche Art auch immer, mit der amerikanischen Armee zusammenarbeiten.

Scheich Osama Tamini von der Partei Partei der Schiiten erklärt: “Es ist im religiösen Sinne verboten, mit fremden Besatzern im Irak zusammen zu arbeiten bzw. ihnen irgendwelche Dienste zu erweisen. Dieses Verbot ist bis heute gültig.”

Nachdem die Amerikaner weg sind, tragen auch einfache Bürger ihre Vorwürfe gegen deren Helfer vor, besonders gegen die Dolmetscher. Eine Frau wirft vielen Dolmetschern vor, ihre Worte verfälscht zu haben. Sie sagt : “Nicht einer der Dolmetscher hat es gewagt, korrekt zu übersetzen, wenn ich den Amerikanern meine Verachtung ins Gesicht schleudern wollte.”

So kehrt denn nun mit dem Abzug der Amerikaner eine neue Art von Unsicherheit ein. Die irakische Gesellschaft bleibt gespalten.