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Langes Wählen am Nil

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Langes Wählen am Nil

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In Ägypten hat die dritte und letzte Etappe der langwierigen Parlamentswahlen begonnen.

Vor allem in der relativ armen Provinz Nord-Sinai war der Andrang vor den Wahllokalen groß. Zur Stimmabgabe kamen hier besonders viele potenzielle Wähler der islamistischen Parteien.

Ein auf seine Stimmabgabe wartender Wähler fragt:

“Warum versuchen wir es nicht mal mit den Islamisten? Wir haben Laizisten, Liberale und Kommunisten getestet und sie das Land ruinieren lassen. Wählen wir doch diesmal Islamisten. Wenn es nicht funktioniert, können wir sie ja wieder abwählen.”

Der Wahlgang, der am Mittwoch fortgesetzt wird, umfasst neun vorwiegend ländliche Provinzen, in denen die Zugehörigkeit der Kandidaten zu einem bestimmten Clan oft stärker beachtet wird als deren politischen Aussagen.

Ein Kandidat der Muslimbrüder erklärt:“Wir müssen dem Pfad der Revolution weiter folgen und zum Beispiel ein Ende der Notstandsgesetze und Militärtribunale erreichen. Auch muss der demokratische Prozess vorangebracht werden,- hier geht es in erster Linie um die Präsidentschaftswahlen und die Machtübergabe durch das Militär.”

Inzwischen begründeten die ägyptischen Behörden die international scharf kritisierten Durchsuchungen ausländischer Nichtregierungsorganisationen am vergangenen Donnerstag mit polizeilichen Ermittlungen. Dabei gehe es um den Verdacht der

Finanzierung politischer Aktivitäten durch das Ausland.