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Neue Verfassung erzürnt Zehntausende Ungarn

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Neue Verfassung erzürnt Zehntausende Ungarn

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In Budapest haben Zehntausende Menschen gegen die umstrittene neue Verfassung und die rechtskonservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban protestiert.

Die Demonstranten kämpfen für ihre Republik, die Bezeichnung wurde aus dem Grundgesetz gestrichen.

Der Regierungschef feierte unterdessen mit Würdenträgern, unweit der Proteste, sein neues Ungarn.

Ein Demonstrant klagte: “Die neue Verfassung zerstört den demokratischen Aufbau des Landes und das neue Grundgesetz ist auf die Regierungspartei zugeschnitten.” Eine Frau meinte: “Meine Enkel haben mir gesagt, dass sie auswandern werden. Sie sind jung und wollten hier ein Leben aufbauen, doch jetzt haben sie ihre Meinung geändert.”

Orban beschwor den Zusammenhalt der Ungarn und erklärte 2012 zum Jahr der Hoffnung. Doch die Bevölkerung beginnt zu murren, einer jüngsten Umfrage zufolge sind 80 Prozent der Ungarn mit der Regierung unzufrieden.

Kritiker sehen in der Verfassung, die von der Zweidrittelmehrheitder Regierungspartei Fidesz im Parlament gebilligt wurde, ein Instrument zum Abbau der Demokratie in Ungarn. Die Rechte des Verfassungsgerichts wurden beschnitten und die Unabhängigkeit von Presse und Justiz stark eingeschränkt.