Eilmeldung

Eilmeldung

Spaniens schmerzhafter Sparplan

Sie lesen gerade:

Spaniens schmerzhafter Sparplan

Schriftgrösse Aa Aa

Zum Jahreswechsel sah es kurzzeitig fröhlich aus an der Puerta del Sol im Herzen von Madrid.

Aber mit dem ersten Arbeitstag im neuen Jahr hat die Spanier ihre bittere Realität wieder fest im Griff.

2012 muss gespart werden, bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus.

José Vicente Muñoz, in Madrid auf der Straße befragt, meint: “Wie wir herauskommen aus der Krise? Arbeiten, kämpfen, sich abstrampeln.2

Kurz vor Jahresende hatte die neue Mitte-Rechts-Regierung ihren Sparplan vorgestellt. Beginnend mit der Mitteilung, das Haushaltsdefizit betrage sogar 8 % des BIP, und nicht sechs, wie erhofft.

Die Stellvertreterin des Ministerpräsidenten,

Soraya Saenz de Santamaría, nannte die Sparmaßnahmen einen “Anfang des Anfangs von einem ganzen Paket an Strukturreformen”. Alles mit dem Ziel, das Defizit abzubauen und der Wirtschaft zu einem Neustart zu verhelfen.

Es wird Steuererhöhungen geben, auch wenn Regierungschef Mariano Rajoy es im Wahlkampf anders versprochen hatte. Höhere Steuern sollen 6 Milliarden Euro bringen. Dazu sollen durch Einfrieren der Gehälter der Staatsbediensteten und Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst 8,9 Milliarden Euro gespart werden.

Von Fatalismus bis Protest reichen die Reaktionen von Mann und Frau auf der Straße. Einige werde es schlimmer treffen als andere, meint Angel Ramirez, aber wir haben keine Wahl.

Isabel ist absolut nicht einverstanden, weil vor allem an jenen gespart werde, die ohnehin Hilfe brauchten. Kein Wohngeld mehr, eingefrorener Mindestlohn…Sie meint, die Regierung sollte ehe die höheren Einkommen einfrieren.

Der sehr niedrige monatliche Mindestlohn von 641 Euro wird erstmals seit 1980 nicht erhöht. Dafür steigt ab März die Mehrwertsteuer. Die war bisher mit 18% die zweit-niedrigste in der EU nach Zypern.

Die Beamten müssen künftig 37,5 statt 35 Stunden die Woche arbeiten. Nur im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie im Sicherheitsbereich sollen künftig noch 10 % der frei werdenden Stellen neu besetzt werden.