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Lange Haftstrafen nach Stephen-Lawrence-Mord von 1993

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Lange Haftstrafen nach Stephen-Lawrence-Mord von 1993

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In einem aufsehenerregenden Mordfall von 1993 in Großbritannien müssen zwei der Täter jetzt hinter Gitter. Die beiden erhielten nach Jugendstrafrecht Mindeststrafen von gut vierzehn und etwas mehr als fünfzehn Jahren.

Ihr Opfer war Stephen Lawrence, ein schwarzer Junge, achtzehn Jahre alt – etwa so alt wie seine Mörder damals. Zusammen mit anderen überfielen und erstachen sie ihn an einer Londoner Bushaltestelle – einfach nur so, aus Rassenhass, wie der Richter in seinem Urteil feststellt..

“Die Urteile sind ziemlich gering”, sagt Doreen Lawrence, Stephens Mutter, “aber der Richter konnte ja auch nicht anders. Er hat getan, was möglich war, und dafür bin ich dankbar.”

Dass die beiden Männer lebenslang im Gefängnis bleiben, ist nicht sicher, aber gut möglich. Da sie zur Tatzeit aber unter achtzehn waren, konnte der Richter nur die Mindeststrafen vergeben.

Die Londoner Polizei, die Metropolitan Police, kam wegen der schleppenden Arbeit an dem Fall damals unter schwere Kritik. Eine staatliche Untersuchung bescheinigte ihr Jahre später sogar institutionellen Rassismus.

Seitdem hat sich in der Polizei vieles geändert; viele sehen das als eine Art Vermächtnis von Stephen Lawrence. Ihr jetziger Chef Bernard Hogan-Howe warnt nun die restlichen Beteiligten an dem damaligen Mord, sie sollten nicht ruhig schlafen – man ermittle weiter.

Den Ausschlag im jetzigen Prozess gaben allerdings neue technische Mittel, die die Täter anhand alter Beweisstücke doch noch überführten. So wurden auf Bekleidungsstücken der Täter ein Blutfleck und ein Haar gefunden, die sich durch Genanalysen dem Opfer zuordnen ließen.