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Wulff bleibt - Verhalten "nicht richtig, aber rechtens"

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Wulff bleibt - Verhalten "nicht richtig, aber rechtens"

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Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff will nicht zurücktreten, auch wenn aus seiner Kreditaffäre von Mitte Dezember jetzt noch eine Medienaffäre geworden ist.

Daran habe er auch in den vergangenen Wochen nie gedacht. Wulff ist seit eineinhalb Jahren im Amt.

Christian Wulff:
“Ich nehme meine Verantwortung gerne wahr. Ich habe sie für fünf Jahre übernommen, und ich möchte nach fünf Jahren eine Bilanz vorlegen, dass ich ein guter, erfolgreicher Bundespräsident war. Und ich mache das mit Freude und aus Überzeugung und weiß, dass ich nichts Unrechtes getan habe, aber dass nicht alles richtig war, was ich getan habe.”

Mit einem Drohanruf bei “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann persönlich hatte Wulff die Berichterstattung über einen Immobilienkredit aufhalten wollen.

Er habe nicht versucht, sie zu verhindern, so Wulff, sondern lediglich darum gebeten, die Veröffentlichung bis zu seiner Rückkehr aus der Golfregion zu verschieben.

Wegen eines zinsgünstigen 500.000-Euro-Hauskredits war Wulff massiv in die Kritik geraten. Entgegen früheren Erklärungen hatte er mit dem Unternehmer Egon Geerkens direkt über den Kredit verhandelt, den er schließlich von dessen Ehefrau Edith bekam.

Zum Vorwurf, er informiere die Öffentlichkeit nur per Salami-Taktik, sagte Wulff, etwa 400 Anfragen von Journalisten seien von seinem Anwälten umfassend, nach bestem Wissen und Gewissen, beantwortet worden. Da die Anfragen scheibchenweise hereingekommen seien, könnten diese nur scheibchenweise beantwortet werden.

Kritik an Urlaubseinladungen befreundeter Unternehmer wies Wulff zurück.

Er wolle sich der Verantwortung des Amtes stellen und “nicht gleich bei der ersten Herausforderung weglaufen”. Wem es in der Küche zu heiß sei, der dürfe nicht Koch werden.

mit dpa